Das AFRIKA-Experiment

Wenn Du Geschmack gefunden hast am Staub, am Duft des ersten Regens,

lässt Dich Afrika nicht mehr los und du findest keine Ruhe mehr,

bis du den Mond untergehen siehst, die Schakale bellen hörst und weißt:

Sie sind um Dich herum, wartend im Dunkeln.

Wenn Du Dich sehnst, die Elefanten zu sehen, das Lied des Coucals zu hören,

wenn der Mondaufgang Dein Herz entfacht,

dann warst Du schon zu lange fort.

Dann ist es Zeit, die Fesseln zu sprengen und Dein Herz zu befreien -

hinter dem fernen Horizont, wo Deine Seele weilen will.

(C. Emily Dibb)


Für meine Freitagsmamas Steffi, Moni, Bettina und Isabel, die mich in meinem Vorhaben stets seelisch und tatkräftig unterstützt haben und daran geglaubt haben, dass ich mit dieser Reise die richtige Entscheidung treffe. Danke, dass ich mir bei Euch ohne Gewissensbisse und Belehrungen immer Luft machen kann, wenn es wieder einmal schwierig ist. Ihr nehmt uns wie wir sind - ganz normal unnormal eben!


Zurück ins Leben

“Wer aufhört zu träumen, ist entweder am Ende oder am Ziel.” (W. Schulze)

Eines Tages bin ich aufgewacht: Ich träumte nicht mehr. Nie mehr. Meine Träume hatten sich still und leise aus meinem Leben
geschlichen.
Ich habe mich auf die Suche begeben. Dabei bin ich nicht nur in Afrika gelandet, sondern auch zurück in meinem Leben.

5 Monate unterwegs im wilden Süden Afrikas haben mich verändert: Ich bin als eine Andere heimgekehrt und doch endlich wieder bei mir selbst angekommen. Ein kleiner Junge mit Down Syndrom zeigte mir den Weg: mein Sohn Florian.
Mein Plädoyer an alle, die mit ihren Träumen noch nicht am Ziel angekommen sind, sich auf den Weg zu machen!


Vor Deiner Zeit

Beppo und ich haben uns vor 19 Jahren während des Biologiestudiums kennen gelernt. Schon damals reisten wir gemeinsam in ferne Länder wie das südliche Afrika oder Madagaskar, v.a. um zu fotografieren.

Irgendwie stellten wir sehr früh fest, dass der Arbeitsmarkt für Zoologen nicht besonders groß ist - v.a. wenn sie sich wie wir auf Vaterschaftstests sehr seltener südostasiatischer Spitzhörnchen spezialisiert hatten!

Wir mussten also flexibel sein und hängten eine Ausbildung zu Fachjournalisten an. Als wir damit fertig waren, wurden eher technische Redakteure gesucht als Wissenschaftsjournalisten. So machten wir kurzerhand unsere Leidenschaft zum Beruf und gründeten eine Multimedia- und Filmproduktionsfirma, die sich hauptsächlich auf Reisedokumentationen spezialisierte. Das Reisen wurde zum festen Bestandteil unseres Lebens. Genauer gesagt - Reisen war unser Leben!


Gegen den Strom

"Bedenken Sie, dass Sie Ihr bisheriges Leben mit all den Reisen in ferne Länder und somit auch Ihren Beruf aufgeben müssten, wenn Sie so ein Kind bekämen."

Die Worte der Pränatalmedizinerin klingen noch heute in meinen Ohren als hätte sie diese eben erst ausgesprochen. Und doch sind seit damals 4 Jahre vergangen - Zeiten mit Höhen und Tiefen. Jahre voller Ängste, Sorgen und schwieriger Entscheidungen. Aber auch Zeiten voller Freude und Gewissheit, dass eine weitreichende Entscheidung die einzig Richtige war: Wir haben uns für das Leben entschieden. Das Leben "so eines Kindes". Als in der 12. SSW bei dem sogenannten Ersttrimesterscreening der Verdacht auf Downsyndrom gestellt wurde, entschieden wir uns gegen die Fruchtwasseruntersuchung und dafür, dieses Kind zu bekommen.


Stillstand

Ich kann, weil ich will, was ich muss" (Immanuel Kant)

3 Jahre vergingen, in denen Beppo allein in ferne Länder reiste und unsere Filmproduktionsfirma weiterführte, während mein Leben still stand. Wenn ich das Essen von der Wand kratzte, welches Flo als Zeichen der Ablehnung mal wieder in hohem Bogen durch die Luft geschleudert hatte, dachte ich an Afrika und davon, einfach in den Flieger zu steigen - allein und ohne Rückflugticket.
Ich hatte mich in Einzelteile aufgelöst. Ich existierte nicht mehr. Ich schien nur noch die Mutter "so eines Kindes" zu sein und ich gab täglich mein Bestes, den neuen Anforderungen an mich gerecht zu werden.

Bald lagen nicht nur Tausende Kilometer Luftliniendistanz zwischen Beppo und mir. Wann war unsere Partnerschaft, die immer von so viel Leichtigkeit und Selbstverständnis geprägt gewesen war, auf der Strecke geblieben? Durch die vielen Reisen hatten wir wohl nie die Chance gehabt, uns als Familie neu zu finden. Ich konnte den Moment nicht greifen. Ich wusste nur, dass ich im Begriff stand, meinen Mann, besten Freund und Seelenverwandten zu verlieren. Aber wie sollte ich ihn wieder finden, wenn ich schon lange nicht mehr wusste, wer ich selbst war?

Und das Reisen rückte in weite Ferne, so lange mein Sohn nicht bereit war, sich für mehr als Spaghetti Bolognese aus dem Gläschen von einer ganz bestimmten Herstellermarke zu erwärmen. Ich konnte ja schlecht 3 Rucksäcke voller Babygläser nach Afrika exportieren! Abgesehen davon, dass Fernreisen mit  einem besonderen Kleinkind ja sowieso undenkbar waren...


Ganz normale Mutterliebe

Ich liebe meinen Sohn. Es gibt täglich 1000 kleine Glücksmomente, die mich mit Liebe und Dankbarkeit erfüllen, weil er da ist. Aber genauso oft spüre ich auch das Verlangen, ihn auf der Stelle zu teeren und zu federn. Oder noch besser: Flo an diejenigen zu verleihen, die nicht müde werden, mir Erziehungstipps zu geben, die in der Praxis an ihm abprallen wie Gewehrkugeln an Superman!

Mein Kind nervt mich bisweilen gewaltig. Ich nehme mir nach unserem Afrika-Experiment nun endlich die Freiheit, dies auch so deutlich auszudrücken - obwohl mich die Erfahrung der letzten Jahre gelehrt hat, dass man als Mutter "so eines Kindes" nicht alles aussprechen sollte, was man denkt. Wir leben in einer politisch so überaus korrekten Welt, dass wir schon stundenlang darüber grübeln, wie man "so ein Kind" eigentlich nennen darf. Behindert? Benachteiligt? Besonders?

Ich erfuhr am eigenen Leib, dass unsere auf Inklusion bedachte Gesellschaft leider allzu häufig ganz verkopft über Begrifflichkeiten stolpert und sich daran aufhängt, wie man die Andersartigkeit eines Menschen möglichst "normal" bzw. schön reden könnte. So wurde mir mein Sohn mit dem Prädikat “Engel auf Erden” überreicht. Alle sind bemüht, der frischgebackenen Mutter die universelle Wahrheit als Mantra einzutrichtern: Downies sind wahre Sonnenscheine, immer lustig und lieb. Wenn die Mutter das nicht begreift, dann hat sie ganz offensichtlich ein Problem damit, ihr besonderes Kind anzunehmen!

 

Mein Sohn kann definitiv auch anders, doch wer wäre ich, wenn ich mich in unserer so toleranten und inklusiven Welt über mein besonderes Kind beschweren würde?

Da hilft es dann auch nichts, zu beteuern, dass es nicht um Akzeptanzprobleme geht, denn mit ganzem Herzen angenommen hatte ich Flo kurz nach seiner Geburt, als er mich aus seinen Knopfaugen zum allerersten Mal aufmerksam musterte.

Vielmehr ging es mir einfach um mein stinknormales Mutterrecht, mein Kind auch mal nervig zu finden und mir darüber Luft zu machen, wie alle anderen Eltern eben auch.

Flo kann der viel zitierte Sonnenschein sein, aber er kann auch ganz anders. Mein Sohn ist Gummimann, Körperbrett, Totalverweigerer, Rumpelstilzchen, übellauniger Kampfzwerg - wenn ich Erfahrungsberichte in den Down Syndrom Magazinen lese, weiß ich, dass auch andere Eltern diese Erscheinungsformen bestens kennen und das tröstet. Doch in unserer "normalen" Welt höre ich dann, ich bräuchte Geduld, müsste härter durchgreifen, klarere Grenzen setzen. Mit diesen Problemen müssten sich alle Eltern herumschlagen, aber mit dem entsprechenden Durchsetzungsvermögen würden sich die Schwierigkeiten schnell in Luft auflösen.

Eine 4-jährige Trotz- und Verweigerungsphase war also der ganz normale Durchschnitt? Ich durfte demnach nicht verzweifeln oder jammern, auch wenn Flo mit jedem Monat kräftiger und schwerer, aber nicht unbedingt in gleichem Maße einsichtiger wurde und ich immer öfter körperlich wie seelisch an die Grenzen geriet? Meine Probleme waren also hausgemacht, weil ich eben schlichtweg eine pädagogische Null war?


Stimmverlust

Was ich deshalb mit den Jahren aufgab war, auf meine Intuition zu vertrauen. Meine innere Stimme zu hören. Überhaupt irgendetwas zu äußern, was ich als belastend empfand. Es war Schweigen eingekehrt. Nach außen funktionierte ich perfekt. Ganz so, wie es von mir erwartet wurde.

 

Seit Flo in mein Leben getreten war, fand ich dieses alles andere als normal. Ich kam mir selbst ein bisschen paranoid vor: Einerseits wollte ich meine Zukunftsängste ganz normal äußern dürfen, die ich andererseits insgeheim als alles andere als normal empfand. Meiner Seele brachte es deshalb nichts, wenn sie sich Rat suchend öffnete und mit Standardsätzen wie "Nur Geduld, das geht allen Eltern so" abgespeist wurde. Ich war nicht  "alle Eltern" und Flo war kein "normales" Kind. Warum wurde er in unserer Gesellschaft also immer wieder auf Teufel komm raus normiert und ich mundtot gemacht?

Ich weiß, ich verlange viel vom Inklusionsgedanken - unsere Gesellschaft sollte uns nehmen wie wir sind: Ganz normal unnormal! Aber das schien mir ein weiter Weg zu sein.

Ich musste mir also selbst helfen. Und dazu brauchte ich erst ein Schlüsselerlebnis, um zu begreifen, dass ich den Weg in mir selber suchen musste, wollte ich mich nicht um das wertvollste Glück bringen, das mir das Leben geschenkt hatte: Mit meinem absoluten Wunschkind an der Seite unseren gemeinsamen Weg erfüllt fortsetzen zu dürfen.

 Das Schicksal schenkte mir eine besondere Begegnung, die mich schließlich zurück nach Afrika und zurück in mein Leben brachte.


Tag X

Ich war es so leid, jeden Tag an einem mit Essen um sich werfenden Kind zu scheitern. Die Totalverweigerung ging mittlerweile so weit, dass Flo eher einen Kreislaufkollaps in Kauf nahm, als zu essen, was ich ihm anbot! Ich wollte endlich hinter das Geheimnis kommen, warum mein Sohn sich vehement jedem meiner verzweifelten Versuche verweigerte, ihn zu ernähren. Der Zustand wurde langsam wirklich bedrohlich und es stand sogar schon eine Zwangstherapie in der Klinik im Raum, die ich tunlichst vermeiden wollte. Also entschloss ich mich, mit Flo zunächst zu einer Esstherapie bei einem Therapeuten zu gehen, der sich auf Mutter-Kind-Bindungen spezialisiert hat.
Es dauerte genau eine Sitzung lang, die mein Leben komplett veränderte. Und plötzlich begriff ich, dass ich es war, der sich bewegen musste.
Ich verdanke diesem Psychologen einfach alles. Er war zur rechten Zeit am rechten Ort. Und ich ebenfalls. Zum ersten Mal seit 3 Jahren sah ich völlig klar, als ich nach dem Gespräch in mein Auto stieg.
Flo hatte sehr feine Antennen, was das Zwischenmenschliche angeht. Wenn ich innerlich rebellierte, weil ich gefangen war in meinem häuslichen Dasein, während ich lieber mit dem Zelt durch die Welt gereist wäre, traf er mich an meinem wundesten Punkt: Je mehr ich darauf drängte, dass er mir für meine bedingungslose "Selbstaufgabe" die erwartete Dankbarkeit zollte, desto mehr rebellierte er gegen mich. Er war der Spiegel meiner Seele - wenn ich selbst auf der Stelle trat, wie konnte ich dann von meinem 3-jährigen Sohn Fort-Schritte erwarten?

 

"Wenn Sie sich bewegen, muss ihr Gegenüber sich automatisch auch bewegen", dieser Satz des Psychologen hallte in meinen Ohren nach.


Und ich bewegte mich - allen Unkenrufen zum Trotz - mit Zelt, Flo und ohne Babygläser mitten nach Afrika! Ich war bereit, mir meine Selbstbestimmung und mein Leben zurück zu holen. Ich hoffte nur inständig, dass der Psychologe recht behalten möge und Flo bereit war, mit mir diesen Weg zu gehen!


Mama hat die Hosen voll

Solange ich nur für mich selbst verantwortlich gewesen bin, war immer alles einfach was die Reisevorbereitungen anbetraf. Jeder Handgriff saß, ich wusste stets was zu tun war. Nun war alles anders. Beppo war mit einer Fotogruppe schon 3 Wochen vor mir nach Namibia abgereist - ich war auf mich gestellt.

Und ich hatte gewaltige Zweifel und Ängste. Was, wenn mein Traum zum Albtraum mutierte? Was, wenn die Stimmen recht behielten, die diese Reise für eine irrwitzige, selbstsüchtige Idee hielten und man das mit "so einem Kind" tatsächlich nicht schaffen konnte?

Akribisch plante ich die Reiseapotheke, um mich möglichst vom Essproblem abzulenken, dass unweigerlich auf uns zukommen würde. Flo verweigerte nicht nur die Nahrung, sondern hatte auch schon immer ein stark vermindertes Durstempfinden, welches uns schon einmal einen Kreislaufkollaps im Ausland beschert hatte. Meine Nerven lagen blank. Ich stand kurz davor, einen Rabatt beim Kinderarzt wegen meiner häufigen Besuche zu bekommen. Der Mut der Verzweiflung war mein Motor, trotzdem an meinen Plänen fest zu halten.

 

Wenn mich das jahrelange Reisen etwas gelehrt hat, dann dass man immer einen Plan B in petto haben sollte. Selten läuft es in fernen Ländern geradlinig. Deswegen bin ich eigentlich Meisterin im Erstellen von Katastrofenplänen. Die meisten Ideen fließen situationsbedingt spontan vor Ort aus mir heraus. Ich finde immer eine Lösung und einen Ausweg.

Doch auf meine verschüttete Intuition wollte und konnte ich mich dieses Mal nicht verlassen. Stattdessen ging ich vor meinem geistigen Auge jede Eventualität und jede Ausfallerscheinung durch, die uns in Afrika möglicherweise ereilen könnte - wohlwissend, dass es meistens sowieso anders kommt. Ich entwickelte Plan B, C, D und E. Ich hatte solche Angst vor der eigenen Courage. Nach außen blieb ich stark, denn sollte ich den Zweiflern noch Kanonenfutter liefern und Wasser auf ihre Mühlen kippen? Ich war allein mit meinen Ängsten, Beppo tausende Kilometer entfernt und nur sporadisch erreichbar. Allein mit meinen weitreichenden Entscheidungen, die uns alle betrafen. Denn eines war mir sonnenklar:
Würde ich diesen Schritt nicht wagen, war mein Leben tatsächlich ausgeträumt. Ich würde alles verlieren - meine Liebe, meine Familie, mich selbst...


Afrika - Die Reise zu uns selbst

Was es ist (E. Fried)

Es ist Unsinn sagt die Vernunft
Es ist wie es ist sagt die Liebe

Es ist Unglück sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz sagt die Angst

Es ist aussichtslos sagt die Einsicht
Es ist wie es ist sagt die Liebe

Es ist lächerlich sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich sagt die Erfahrung
Es ist wie es ist sagt die Liebe


Die besondere Reise mit einem besonderen Kind

"Was sind eigentlich die vielzitierten Träume, die wir leben sollen? Sie sind keine Luftschlösser, sondern Signale aus den Tiefen unserer Seele, die sich erleichtert an die Oberfläche hervorgearbeitet haben. Zu schade, wenn wir sie dann einfach nur kopfschüttelnd wegwerfen."

(S. Hopfensperger)

 

Wir haben uns der Herausforderung gestellt, mit einem besonderen Kleinkind dieses große Abenteuer zu wagen. Wir wurden belohnt mit einzigartigen Begegnungen, berührenden Erlebnissen und unerwarteten Abenteuern. Oft mussten wir auch aus voller Seele über die Situationskomik unseres Sohnes lachen und empfanden tiefe Glücksgefühle, dass wir dies alles gemeinsam als Familie erleben durften.

Die Welt durch die Augen unseres einzigartigen Kindes zu sehen, öffnete uns nicht nur immer wieder ganz spontan die Türen bei der Begegnung mit fremden Kulturen, sondern erweiterte auch unseren Horizont, wie es 18 Jahre gemeinsames Reisen ohne unseren Sohn bisher nicht vermocht hatten.

 

Auch Flo wurde ein Anderer: Zu sehen, wie fremde Kinder in unserer Welt leben, Naturvölkern zu begegnen, am Lagerfeuer unter Millionen funkelnder Sterne die Wildnis hautnah zu spüren, nachts dem Brüllen der Löwen aus dem schützenden Dachzelt heraus zu lauschen - all diese Erfahrungen haben Flo reifen und wachsen lassen. Wie von selbst entwickelte er Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit, Gefahrenbewusstsein und nicht zuletzt soziale Kompetenzen, als hätten sie schon lange im Verborgenen geschlummert und nur darauf gewartet, endlich freigelassen zu werden. Als hätte er zu Hause alles in seiner Schatztruhe gehortet und nur auf den geeigneten Moment gewartet, sie zu öffnen.

War Afrika der Schlüssel zu seiner Truhe? - Nein, ich glaube, es war vielmehr die Tatsache, dass sich jeder Moment, den wir als Familie auf unserer Reise erleben durften, einfach nur gut und richtig anfühlte...


Gelebte Inklusion

Unser AFRIKA-EXPERIMENT lehrte uns Erstaunliches über Toleranz: Auf unserer Reise haben wir hautnah gelebte Inklusion erfahren - ohne dass die Menschen jemals von der Definition dieses Wortes gehört hatten.

Immer wenn in mir auf unserer langen Reise  - wie so oft in den letzten Jahren - das Gefühl aufkeimte,  ich müsste Flos Andersartigkeit erklären oder rechtfertigen, um ihn zu verteidigen, wurde ich eines Besseren belehrt. Ich habe im Verlauf unserer Reise gelernt, dieses Gefühl los zu lassen, weil in mir eine wichtige Erkenntnis reifte:
Genau wie Flo sich keine Sekunde über die Andersartigkeit der Menschen um ihn herum gewundert hatte, wunderten sich diese wiederrum nicht über die Eigenarten unseres besonderen Sohnes. Was für ein befreiendes Gefühl: Es urteilte niemand über unser Kind. Es ist wie es ist - Flo ist, wie er ist. Und das ist gut und richtig so.
Die Menschen, denen wir auf unserer langen Reise begegneten, sahen uns mit dem Herzen. Normal unnormal! Von dieser Lebensanschauung anderer Kulturen,
völlig unverkrampft den Menschen als Person in all seinen Facetten zu nehmen, wie er eben ist, könnte unsere Inklusionsdiskussion profitieren. 


DAS AFRIKA-EXPERIMENT als Mutmach-Buch

Nach unserer Rückkehr aus Afrika wurde ich von so vielen Seiten dazu ermuntert, unsere Reise-Erlebnisse und die entstandenen Bilder als "Mutmach-Buch" zu veröffentlichen, dass ich dies nun tatsächlich in die Tat umsetze. "DAS AFRIKA-EXPERIMENT" ist derzeit in Arbeit...

DAS AFRIKA-EXPERIMENT ist die Geschichte eines mutigen Aufbruchs in ein neues, selbstbestimmtes Leben.
Es schildert aber auch die Reiseerlebnisse eines kleinen Jungen, der im wilden Süden Afrikas unterwegs ist und die Welt mit anderen Augen sieht. Er hat Down Syndrom. Deshalb erzählt das Buch auch von Toleranz und der afrikanischen Seele, die mit dem Herzen sieht.